Regierungspräsidentin besichtigt Biodiversitätsflächen – 20 Jahre BayernTourNatur

„Faszination Gemeindeflächen“: Exkursion in Stegaurach

Weil die Gemeinde Stegaurach seit Jahren engagiert und erfolgreich eine Biodiversitätsstrategie auf den gemeindeeigenen Flächen verfolgt, besuchte Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz am Mittwoch, 1. Juli 2020, die Gemeinde im Aurachgrund, um sich ein Bild von den hochwertigen Lebensräumen mit zum Teil bedrohten Tier- und Pflanzenarten zu machen.

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Biodiversität 2Regelrecht beeindruckt zeigte sich die Regierungspräsidentin von den Flächen mit einer außergewöhnlichen Anzahl von heute seltenen Sorten und Arten aus Flora und Fauna in Stegaurach und prägte den Begriff „Faszination Gemeindeflächen“.

Die Exkursion auf die Wiesen der Gemeinde am Rande der Aurach war vor der Coronakrise ursprünglich als öffentliche Auftaktveranstaltung für die Umweltbildungsaktion BayernTourNatur geplant, die in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen feiert. Nun trafen sich unter Leitung von Siegfried Weid von der Regierung von Oberfranken in gebotenem Mindestabstand die Vertreter der Regierung, Zweiter Bürgermeister Bernd Fricke – federführend auch im Agenda-21-Arbeitskreis –, Dritter Bürgermeister Werner Waßmann, Landrat Johann Kalb sowie Jakobus Kötzner, Vorsitzender des Wasserzweckverbands und weitere Behördenvertreter zur Besichtigung der gemeindeeigenen Flächen mit hoher Biodiversität.

Pflanzenschutzmittelfreie Gemeinde

Bereits seit 1996 gibt es den Agenda 21-Arbeitskreis in Stegaurach und von Anfang an stellten sich die Bürger unter Leitung von Zweitem Bürgermeister Bernd Fricke die Frage: „Können Flächen, die im Eigentum der Gemeinde Stegaurach sind, mehr als bisher zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen?“ Inzwischen ist die Antwort eindeutig Ja. Nach dem Einsatz für mehr Biodiversität und als pflanzenschutzmittelfreie Gemeinde hat der Gemeinderat gerade erst beschlossen, beim Bayerischen Naturschutzfonds einen Förderantrag für einen Projektmanager in Sachen Biodiversität zu stellen. Etwa ein Viertel der Fördersumme, die für das Projektmanagement, die Flächenankäufe, die Öffentlichkeitsarbeit und die Erfolgskontrolle mit 150 000 Euro veranschlagt ist, muss die Kommune selbst aufbringen – und wird dies tun. Nach Ablauf des Pilotprojektes Biodiversität ist zudem eine Fachstelle für „Biodiversität und Nachhaltigkeit“ geplant.

Eng mit Heimatliebe verknüpft

„Gemeindliche Flächen haben eine besondere Bedeutung für die biologische Vielfalt. Ihre Erhaltung ist neben dem Klimaschutz eine der zentralen Zukunftsaufgaben. In Bayern kommen mindestens 77.000 Pflanzen-, Tier-, Pilz- und Flechtarten vor, in Oberfranken sind es mindestens 50.000. Doch die Vielfalt ist bedroht. Das hier initiierte Projekt könnte als Vorbild und als Keimzelle für die zukünftige Pflege und Nutzung aller gemeindlichen Flächen in Oberfranken dienen. Es ist sehr anzuerkennen, wie wichtig den Stegaurachern dieses Thema ist, das eng mit Heimatliebe und -pflege verknüpft ist“, lobte bei der Exkursion die Regierungspräsidentin. Einig waren sich alle Teilnehmer, dass es Aufgabe von Politik und Behörden ist, Brücken zwischen Naturschutz und Landwirtschaft zu bauen, von denen beide Seiten profitieren können. Zum Abschluss bekamen Regierungspräsidentin Piwernetz und Siegfried Weid jeweils einen Geschenkkorb mit in Stegaurach regional erzeugten Produkten überreicht.