Energiekonzept für die Gemeinde Stegaurach

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Die Gemeinde Stegaurach hat es sich im Rahmen ihrer Klimaschutzanstrengungen als Ziel gesetzt, ein Energiekonzept zu erarbeiten. Diese Studie wird vom Amt für ländliche Entwicklung mit 75% (= 21.000,00 EUR) der Investitionssumme (= 28.000,00 EUR) gefördert und soll nicht nur die Potenziale erneuerbarer Energien im Gemeindegebiet aufzeigen, sondern auch Effizienzsteigerungen sowie CO2-Einsparungen thematisieren, neue Beschäftigungsfelder identifizieren und anhand eines Maßnahmenkatalogs Impulse für neue regionale Wirtschaftskreisläufe setzen. Das Energiekonzept wird in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Steinbacher Consult im Zeitraum von August 2013 bis Juli 2014 erstellt.

Für das Projektgebiet wird ein interkommunales, integriertes Energiekonzept erstellt, das der Fragestellung nachgeht, wie klimaschädliche Emissionen weitgehend reduziert werden können. Damit einhergehend stellt sich die Frage, wie eine nachhaltige Energieversorgung in der Gemeinde Stegaurach klimafreundlich und zukunftsfähig gestaltet werden kann. Welche Effekte ergeben sich durch eine Umstellung der Energieversorgung von fossilen auf regenerative Energieträger für die Region? In welchen Bereichen muss gehandelt werden, welche Maßnahmen erbringen die höchste Klimaschutzwirkung, welche die größten regionalwirtschaftlichen Effekte?

Das sind nur einige der Fragestellungen, die durch das Energiekonzept beantwortet werden sollen.

Es werden alle Ergebnisse der Arbeit am Energiekonzept auf diesen Seiten veröffentlicht und fortlaufend ergänzt. Nach Erstellung des Konzeptes wird für die Kommune die auf den Bürgerworkshops besprochenen Umsetzungsprojekte und ihr aktueller Realisierungsstand dargestellt.

Die Erstellung des Energiekonzeptes wurde gefördert vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken und dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

1. Einführung - Grundlagen

Wie kann eine nachhaltige Energieversorgung in der Gemeinde Stegaurach zukünftig klimafreundlich und zukunftsfähig gestaltet werden ? Welche Effekte ergeben sich durch eine Umstellung der Energieversorgung von fossilen auf regenerative Energieträger für die Region ? In welchen Bereichen muss gehandelt werden, welche Maßnahmen erbringen die höchste Klimaschutzwirkung, welche die größten regionalwirtschaftlichen Effekte?

Um auf diese Fragen eine fundierte Antwort geben zu können, wird für das Projekt als Grundlagenarbeit ein Energiekonzept erstellt, das u.a. folgende Bereiche näher betrachtet:

Die Grundlagenermittlung

Bei der Grundlagenermittlung wird der momentane Ausstoß an CO2 und der momentane Energieverbrauch, aufgeteilt in die Sparten Wärme, Strom und Verkehr, ermittelt und anschaulich dargestellt. Diese Grundlage dient zum einen zur Erstellung des Maßnahmenkataloges, zum anderen können diese Werte mit den zukünftigen Werten verglichen werden. So können umgesetzte Maßnahmen mit dem heutigen Zustand verglichen und bewertet werden.

Desweiteren wird der momentane Stand bei der Nutzung von erneuerbaren Energien und von bereits umgesetzten Effizienz- und Energieeinsparmaßnahmen ermittelt. Diese Grundlagenanalyse ist Voraussetzung um später Szenarien entwickeln zu können.

Die Potenzialanalyse

Die Potenzialanalyse hilft den Kommunen Maßnahmen auch über einen längeren Zeitraum einzuplanen. Die langfristigen Maßnahmenvorschläge der Potenzialanalyse erleichtern dann die Aufstellung eines konkreten Energie- und Klimaschutzprogramms für die nächsten ein bis zwei Jahre.

Bei einer Potenzialberechnung wird aufgezeigt, was aus heutiger Sicht sowohl technisch als auch wirtschaftlich umsetzbar ist, im Idealfall unterteilt in kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen. Grundsätzlich lassen sich Potenziale zum Beispiel für die nächsten 10, 15 oder auch 25 Jahre berechnen. Je größer der Zeitraum wird, desto spekulativer sind die Ergebnisse.

Ausgehend von den Endenergiebilanzen für die einzelnen Sektoren können die Einsparpotenziale für Strom und Wärme berechnet werden. Dabei werden technisch-wirtschaftliche Potenziale einzelner Technologien und Maßnahmen berücksichtigt. Darüber hinaus können in Abstimmung mit dem lokalen Energieversorger Potenziale der Energieträgerumstellung und der Effizienzsteigerung ermittelt werden, beispielsweise durch den Einsatz von erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.

Erstellung von Szenarien

Potenzialanalysen zeigen theoretisch erreichbare Werte auf. Erst bei der Entwicklung von Szenarien wird deutlich, wie wichtig die Faktoren Ausbauraten und Sanierungszyklen sind. So können zum Beispiel durch Außenwanddämmung im Bestand hohe Einsparpotenziale berechnet werden. Da die Gebäude aber nur etwa alle 50 Jahre rundum saniert werden, sind nicht alle Potenziale kurzfristig umsetzbar.

Um Ziele bewerten und definieren zu können, wird ein Referenzszenario und ein Energieeffizienz- und Klimaschutzszenario erstellt. Das Referenzszenario folgt dem Trend ohne zusätzliche Klimaschutzanstrengungen, das Energieeffizienz- und Klimaschutzszenario berücksichtigt eine konsequente kommunale Energiepolitik, wodurch Umsetzungsraten und die Qualität der Maßnahmen jeweils erhöht werden.

Diese Szenarien sind nicht als Prognosen zu verstehen, die eine tatsächliche Entwicklung vorhersagen. Sie dienen vielmehr dazu, den Handlungsspielraum aufzuzeigen, den nötigen Aufwand zur Erreichung eines bestimmten Ziels zu beschreiben sowie die Erreichbarkeit eines Ziels realistischer einschätzen zu können.

Der Maßnahmenkatalog

Aufbauend auf einer übergreifenden Potenzialanalyse und anknüpfend an die entwickelten Szenarien wird ein Maßnahmenkatalog für abgegrenzte Bereiche oder Projekte mit bereits genaueren Aussagen zu Kosten und Einsparpotenzialen erstellt. Sie liefern damit die Grundlagen für weitere Entscheidungen und dienen als Entscheidungsgrundlage im Projektgebiet um festzustellen, mit welchen Umsetzungsmaßnahmen die gesteckten Ziele erreicht werden können.

Bürgerbeteiligung

Nach der Erhebung der Grundlagendaten, der Potenzialanalyse und der Erstellung von Szenarien werden in Bürger- und Expertenworkshops die Möglichkeiten und die im Maßnahmenkatalog aufgeführten Maßnahmen besprochen und im gemeinsamen Diskurs die Maßnahmen festgelegt, die die besten Chancen auf eine zügige Realisierung haben.

Die Umsetzungsprojekte

Die in den Workshops besprochenen Projekte werden im Anschluss an die Erstellung des Energiekonzeptes weiterverfolgt.

2. Ziele des Energiekonzepts

Im Rahmen der bundesweiten Klimaschutzinitiative wird für die Gemeinde Stegaurach ein Energiekonzept erstellt. Das Konzept wird zu 75% aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert und es werden folgende Aspekte untersucht:

  • Erarbeitung einer fortschreibbaren Energie- und CO2-Bilanz

  • Potentialbetrachtungen zur Minderung der CO2-Emissionen, auf deren Basis kurz-, mittel- und langfristige Klimaschutzziele in den Sektoren private Haushalte, Gewerbe, Industrie, kommunale Liegenschaften und Verkehr festgelegt werden

  • Ausarbeitung eines zielgruppenspezifischen Maßnahmenkataloges mit Handlungsempfehlungen und Informationen zu den beteiligten Akteuren

  • Darstellung und grobe Abschätzung der zu erwartenden Investitionskosten für die einzelnen Maßnahmen sowie der zu erwarteten Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft und Wertschöpfung der verschiedenen Maßnahmen im Energiekonzept

  • Begleitung und Initiierung von Projekten schon während der Konzepterstellung

  • Darstellung der aktuellen Energiekosten und der prognostizierten Energiekosten bei Umsetzung der ausgearbeiteten Maßnahmen des Energiekonzeptes

  • Erarbeitung einer konkreten Empfehlung der wirtschaftlichen und effektivsten Maßnahmen. Die Maßnahmenempfehlung soll als fundierte Entscheidungshilfe für zukünftige Umsetzungen einzelner Projekte im Anschluss an das Energiekonzept dienen

Grossansicht in neuem Fenster: 3 Säulen des Energiekonzepts

Wichtig bei der Konzepterstellung ist, dass alle im Bereich Klimaschutz / nachhaltige Energieversorgungsstrukturen aktiven Bürger vor Ort bei der Erarbeitung einbezogen und die vorgeschlagenen Maßnahmen mit Ihnen abgestimmt werden sollen.

Presseberichte - Zeitschiene

12.06.2012: GR-Beschluss "Bewerbung für die Aufnahme in das Förderprogramm für die Erstellung eines Energiekonzeptes für die Gemeinde Stegaurach"

12.09.2012: Zusage des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE), das die Gemeinde Stegaurach als eine von 100 Gemeinden in das Förderprogramm aufgenommen wird.

24.07.2013: Vergabe des Auftrages für die Erstellung eines Energiekonzeptes an die Steinbacher Consult Ingenieurgesellschaft mbH & Co. KG.

06.08.2013: FT-Bericht: Stegaurach startet Energiekonzept

01.09.2013: Amtsblatt: Überreichung Förderbescheid durch ALE

01.02.2014: Amtsblatt: Fragebogen-Aktion zur Ermittlung des privaten Energieverbrauchs und Ankündigung der Auftaktveranstaltung

27.02.2014: Auftaktveranstaltung für alle Vertreter der Energieversorger, der Wirtschaftsverbände, kommunale Spitzen und sämtliche Interessenten aus der Bürgerschaft

28.05.2014 - 01.10.2014: 4 Abendveranstaltungen des Energieteams mit Gemeinderäten und interessierten Bürgern

17.09.2014: Öffentlicher Vortrag von Herrn Vogtmann zum Thema "Photovoltaik - Direktverbrauch in Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern, sowie bei Gewerbebetrieben"

01.10.2014: Vorstellung des Entwurfes für das kommunale Energiekonzept mit anschließender Diskussion

14.10.2014: Vorstellung des Energiekonzeptes im Gemeinderat Stegaurach durch das Büro Steinbacher Consult Ingenieurgesellschaft mbH & Co. KG

31.10.2014: Fristende des Bewilligungszeitraumes zur Erstellung des kommunalen Energiekonzeptes

  

4. Fragebogenaktion

Die Gemeinde verteilt einen Fragebogen zur Ermittlung des Energieverbrauchs von privaten Wohngebäuden (Frist: 27.02.2014)

5. Endbericht

Zum Abschluss des Projektes wurde der Gemeinde das Energiekonzept überreicht. Hier finden Sie die Kurzfassung des Energiekonzepts und den dazugehörigen Maßnahmenkatalog. Die Vollfassung des Energiekozepts kann in der Gemeindeverwaltung (Bauamt, Klimaschutzbeauftragter Andreas JÄSCHOCK, Tel. 0951 99222 43, a.jaeschock@stegaurach.de) eingesehen oder angefordert werden.